Welt der Perlen

Qualität

Der Lüster gilt als Hauptfaktor zur Bestimmung der Perlqualität. Lüster ist zum einen der Glanz der Perloberfläche und zum anderen die Reflektion des Lichts durch die feinen Schichten der Aragonit-Kristalle. Je intensiver der Lüster einer Zuchtperle, desto wertvoller ist sie.

AAA (Gem Qualität): höchste Klarheit, optimale Lichtbrechung, klare Reflektion

AA (sehr feine Qualität, Exzellent): sehr gute Lichtbrechung mit guter Reflektion

A  (feine Qualität, gut): gute Lichtbrechung und Reflektion

B  (kommerzielle Qualität, matt): dünne Beschichtung mit „milchiger“ (schwacher) Lichtbrechung und Reflektion

Die Reinheit und Struktur der Oberfläche ist das zweitwichtigste Kriterium zur Bestimmung der Perlqualität. Es beeinflusst sehr stark die Schönheit einer Perle. Kleinere Unebenheiten, Vernarbungen und Vertiefungen der Oberfläche bezeichnet man als Spots.

  1. = mind. 80 % der Oberfläche ist rein, d. h. ohne jegliche Vernarbungen oder Einschlüsse, Rest nur sehr kleine Spots
  2. = mind. 60 % der Oberfläche ist rein, d.h. ohne jegliche Vernarbungen oder Einschlüsse, Rest nur sehr kleine Spots
  3. = die Oberfläche hat wenige Fehler, d.h. leichte, schwache Spots (nicht tief) sind auf der Oberfläche verteilt
  4. = die Oberfläche hat viele Fehler, d.h. tiefere und sichtbarere Spots sind auf der Oberfläche verteilt
  5.  = die Oberfläche hat viele Fehler, oftmals sehr tiefe Einschlüsse, sogenannte „hammer-marks“

Die Größe von Zuchtperlen wird in Millimetern gemessen. Sie wird immer am zweitgrößten Punkt der Perle gemessen, d.h. bei ovalen Zuchtperlen die Breite statt die Länge. Die Größe der Perle wird nicht nur durch den eingesetzten Kern, sondern auch durch die Stärke der Perlmuttschicht bestimmt. Grundsätzlich gilt: je größer desto, wertvoller. Wenn die Größe einer Perlart über der sonst üblichen durchschnittlichen Größe für diese Perlart liegt, dann steigt der Preis überproportional.
Generell kann man sagen, dass der Preis mit jedem Millimeter um mindestens 35 Prozent steigt.

Bei Akoya: bei/ab 9,5 mm
Bei Südsee-Zuchtperlen: 1. Bruch bei 12 mm, 2. Bruch bei 15 mm

Folgende Formen können bei Zuchtperlen unterschieden werden:

– Rund (round, near round, semiround)
– Oval
– Bouton (button, flatbutton)
– Tropfen (long-drop, short-drop, quarter-drop, half-drop)
– Barock (unregelmäßige Form)
– Geringt (circle, circle-button, circle-drop)
– Triangel

Die Qualität der Perle wird nicht durch ihre Form bestimmt. Zu den beliebtesten Formen gehört die perfekte runde Perle, die Tropfenform sowie die vollbarocke Form. Die Form wird bestimmt durch die Lage der Auster im Wasser und die auf die Zuchtperle wirkende Schwerkraft.

Rund: Die runde Zuchtperle ist die einzige Perle, die sich im Perlsack in alle Richtungen dreht.

Barock: Die barocke Zuchtperle ist die einzige Perle mit zwei Achsen, somit ist sie nicht drehsymmetrisch, dreht sich also nicht.

Alle anderen Formen drehen sich um eine Achse.

Die Farbe hat keinen Einfluss auf die Perlqualität, doch sie beeinflusst die wahrgenommene Schönheit je nach persönlichem Geschmack. Es gibt Farben, die entweder aufgrund der starken Nachfrage bzw. Beliebtheit teurer sind (z. B. Weißrosé) oder aufgrund ihrer Seltenheit sehr begehrt sind (z. B. Tahiti- Zuchtperle: Cherry, Braun und Peacock = Pfauenfederfarbe; Südsee-Zuchtperle: Tiefgold).

  • Südsee: 80 % der geernteten Zuchtperlen sind weiß, 20 % sind Champagner-Creme-Goldfarben
  • Tahiti: Vielfältige Naturfarben in dunklen Tönungen, hauptsächlich Schwarz-Anthrazit-Grün
  • Süßwasser: Alle weißen Süßwasser-Zuchtperlen sind gebleicht, die vorkommenden Naturfarben sind hauptsächlich Creme, Rosé und Pfirsichfarben.
  • Akoya: Die Naturfarben der Akoya-Zuchtperlen sind Grau und Creme, alle weißen Akoya- Zuchtperlen werden gebleicht.